Jun 20 2007

Blogs – in eigener Sache

Published by at 7:00 am under sur l'eau

In der Tagespresse wird allenthalben abfällig oder sich belustigend über die Blogs geschrieben.
Das mag seine, nicht unbedingt nur sachliche, Gründe haben.
Wie ist das Selbstverständnis der Blogs?
Kann man von DEN Blogs überhaupt sprechen?
Was darf, was soll man – oder was macht Spaß, was Sinn?

Wie ist es damit, in den Blogs das aktuelle Zeitgeschehen zu thematisieren?
Muss man aktuelle Debatten, die ohnehin stattfinden, aufnehmen?
Andererseits: Warum nicht, was spricht dagegen, sich in kleinem Rahmen eine Meinung zu bilden bzw. Ansichten auszutauschen?
Oder sollte man das nicht mit- und etwas eigenes machen?!
Verpflichtung zur Gegenästhetik?
Wieso Pflicht?

Blogs werden in der Regel als weitgehend kritik- und geschmacksfreie selbstbespiegelnde Spielwiesen wahrgenommen oder verulkt – es gibt inzwischen auch andere Seiten.

Also: Was sollen, was wollen Blogs oder was sollen sie wollen?

Was meint Ihr?

27 responses so far

27 Responses to “Blogs – in eigener Sache”

  1. wolf-dieter sagt:

    In der Tagespresse wird allenthalben abfällig oder sich belustigend über die Blogs geschrieben.

    Das ist mir auch schon aufgefallen, und es ist mehr als albern. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ebenda das Aufkommen der Blogs als neue Entwicklung u.a. hin zur Demokratisierung des Internets bejubelt und gepriesen. Jetzt betreiben viele Leute ein eigenes Blog mit unterschiedlichen Ansätzen und mit mehr oder weniger ausgeprägtem Engagement und was da geschrieben wird, gefällt nicht. Da kann man dann wieder drüber schreiben und wehklagen und die Qualität des eigenen Schreibens, das kritisch reflektiert, betonen – klasse. Vielleicht jammert man auch im eigenen Blog über diese Entwicklung, die bei genauem Hinsehen auch andere Facetten hat. Wer lesen kann, ist im Vorteil, heißt es. Und wer lesen kann, muss nicht jede Kritik und jedes Blog lesen.

  2. uwe sagt:

    ein kessel buntes, vage in kategorien unterteilt und in themata geschieden – das könnte ein blog für mich sein.
    zeitgeistiges, aber auch halbliterarische prosa, polemiken, fotos, erlebnis-/erfahrungsberichte, literturzitate und kommentare zu kunst und kultur, historische abschweifungen und begriffskritische reflexionen – all das und wahrscheinlich noch mehr könnte so ein blog bieten. ein forum für das, was sich bei den teilnehmern im lebens- und arbeitsalltag so an bemerkenswertem anhäuft und das beim niederschreiben eine gestalt annimmt, die zu kommentieren eine freude bereitet und womöglich im besten falle multi-loge initiiert.

    man könnte es natürlich stärker eingrenzen, thematisch straffer ordnen. aber warum? was einem das leben so zuspielt, und dafür dann worte und bilder finden, über die dann mehr oder weniger kritisch räsonniert werden kann. das wäre so ein blog, der mir gefallen würde. ob er sich von anderen abhebt, wäre mir egal. auf die teilnehmer kommt es an. auf ihre haltung, ihren ernst, ihr ethos dem schreiben gegenüber, um es pathetisch zu formulieren. letztlich also auf die bunte mischung der schreib- und denkstile.

    bei der sur-seite finde ich dafür schon sehr viel verwirklicht. weshalb ich mich auch gerne an ihr beteilige und beitrage, was ich memorabel finde.
    was waren denn eure motive, sie ins virtuelle leben zu rufen?

    grüße, uwe.

  3. wolf-dieter sagt:

    Der Sammlung von Uwe ist nicht viel hinzuzufügen. Die Seite hier ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, etwas Nutzloses zu tun.

    Um es mit Hornbach zu sagen. “Es gibt immer was zu tun”: Berufliches, Alltägliches, Privates, Persönliches – die Tage sind voll mit Terminen, Verpflichtungen, Zwängen und mit Dingen, die man gerne tut und tuen will.

    Dabei begegnen mir Fundstücke, die im Augenblick die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrufen. Manches verglüht sofort, anderes bleibt, manchmal auch über Jahre.

    Die Seite hier eröffnet die Möglichkeit, diese Dinge zueinander in Beziehung zu setzen, zunächst einmal dadurch, dass sie aufbewahrt werden. Dabei spielen Dinge wie “Bedeutung, Sinn, Zusammenhang, Perspektive, Richtung” etc. keine vorherrschende Rolle. Die Seite ist genau an diesem Punkt entstanden. Aus dem Wunsch heraus, etwas tun, dass nicht vorher bestimmt ist und von dem nicht klar ist, wie sich die Sache entwickeln wird.

    Dadurch, dass die Dinge aufbewahrt werden, treten sie natürlich in Kommunikation miteinander und ggf. mit denen, die sie lesen oder hier finden. Der Austausch darüber nimmt dann wieder eigene Formen an, lange Zeit gab es hier kaum Kommentare oder andere Beiträge als meine.

    Diese Offenheit ist meiner nach etwas anderes als Beliebigkeit. Es gibt auch sehr spezielle Dinge, die mich interessieren wie die Subjekt-Objekt-Dialektik bei Adorno oder mimetische Erkenntnisweisen. Mein Bedürfnis, darüber rein akademisch zu streiten, ist abgekühlt, die Lust, Fundstücke zu tauschen, ist groß.

  4. uwe sagt:

    uff,
    das nenn’ ich einen volltreffer.
    etwas nutzloses tun und das so, daß es seine form erst im prozeß des entstehens erhält.
    eine schöne idee, die mir so nah ist, daß ich beim lesen deiner zeilen ein wenig herzklopfen bekam. und dann auch noch die lust, fundstücke auszutauschen und darüber in ein gespräch zu kommen:
    d’accord.

    eine chronik aus splittern, die sich zu keinem linear nachvollziehbaren sinn führen muß,
    ein mosaik aus steinchen, die keine zusammenhängende gestalt bilden – mit allen freiheiten des kombinatorischen und assoziativen denkens und anschauens in einer offenen form miteinander kommunizieren – ja, das könnte ein blog nach meinem geschmack sein.

    in diesem sinne wollen wir es weiter treiben.

    grüße, uwe.

  5. Helmut sagt:

    Hallo,

    alles wunderbar, aber so ganz hat es meine Frage nicht beantwortet, allenfalls indirekt.
    Dialog – ein Gegenmittel gegen das provinzielle Decke-auf-den Kopf-fallen. Spannung im Dialog, Anregung, Unterhaltung, Spaß, etwas eigenes, eine Stimme haben, teilnehmen.

    Uwe hatte ganz zu Beginn, ich glaube bevor er sich hier äußerte mal dahingehend geäußert: Was brauchts das? So etwa: Gibts nicht schon genug Medien? Oder: Wozu da noch nachkauen, was die machen?

    Nun kann man mit Wolf einer Meinung sein, dass die Printmedien nicht ganz wertfrei die Blogs beurteilen, das ist sicher so. andererseits muss deren Kritik auch wieder nicht völlig Banane sein, nur weil sie Eigeninteressen haben und vielleicht Claims verteidigen.

    Darum wollte ich das mal thematisieren.
    Zu welchem Ende einen Blog?
    Einfach weil die Frage im Raum stand – und mit jedem Beitrag steht. – Denn bisher habe ich teils bewusst vermieden, Themen die in den Zeitungen (Radio, Fernsehen) diskutiert werden, aufzunehmen, was aber auch nicht sein müsste.
    Ich kenne auch gar nicht so viele andere Blogs, dass ich mir ein fundiertes Urteil über die Szene erlauben könnte. Schätze aber, dass sie so vielfältig ist, dass das gar nicht geht. Schätze aber auch, dass sie aus der puren anfänglichen Selbstdarstellung doch teils rausgewachsen ist.
    Nun kann man freilich sagen: Erlaubt ist, was gefällt, aber dennoch kann man sich die Frage stellen. –

    Grüße,

    Helmut

  6. wolf-dieter sagt:

    Kurz nur, der Alltag ruft. Mein Missfallen an der Blogkritik der Printmedien geht nicht darauf, dass sie Eigeninteressen haben, die sie verteidigen. Sondern sie zielt auf eine Funktionsweise, die in manchen Printmedien zunehmend dominant wird. Erst jubelt man etwas hoch (die Blogs), dann schreibt man es in den Keller und zwischdrin bedient man sich am Aas, das man verwertet. Dass – auch wenn erlaubt ist, was gefällt – nicht jedes Blog lesenswert ist, ist eine andere Sache.

  7. uwe sagt:

    lieber helmut!

    warum nicht einfach l’art pour l’art – gegen und jenseits von verwertungszwecken und -zwängen. und um den bewußtseins- und sprachfluß in bewegung zu halten.

    warum muß ein blog ein definiertes ziel haben, einen wahrnehmbaren zweck verfolgen, einer bedeutungsvollen sache dienen, einem vorgegebenen thema ein forum bieten?
    das kann, muß aber nicht so sein. und sicherlich gibt es blogs, die das explizit zu leisten versuchen oder zu leisten in der lage sind.

    ich allerdings fand und finde an der sur-seite gut, daß sie ein medium bietet für diverses, daß man vom aktuellen ins historische, von fotos zu zitaten springen kann, daß man sich über alltagserfahrungen genauso unterhalten kann wie über fragen der politik, der kunst und des handels mit geistigen gütern. und daß es dabei nicht darauf ankommt, zu einem ende zu kommen. gerade das assoziative, das lockere gewebe hat mich angesprochen, das reagieren auf dinge, die einen kurz vor der lektüre noch gar nicht beschäftigt haben und die einen dann – im besten fall – länger nicht loslassen. sicher ist es legitim, das auch kritisch als selbstbespiegelung aufzufassen – aber als eine, wie ich finde, bei der man dem prozeß, wie sich gedanken bilden und anreichern sehr nahe kommen kann.

    meine damalige anmerkung zu blogs bezog sich auf solche, in denen zeitungs-, fernseh- oder rundfunkmeldungen zum anlaß von kommentaren genommen werden, gegen die verwurstungsmanie von informationen, gegen die bildung von sekundären und tertiären kommentarwüsten, denen jegliche originalität oder kritische potenz fehlt. davon gibt es doch etliche im netz. denke ich.

    dann schon lieber dem eigenen vertrauen und eigentümliches, auch persönliches zum besten geben und darauf hoffen, mit jemandem darüber sich zu verständigen. dabei habe ich mir nicht die frage gestellt, wohin mich das führt oder zu welchem ende hin ich das mache, sondern mich eher dem kommunikativen prozeß überantwortet, der entsteht, wenn beiträge welcher art auch immer veröffentlicht werden und wenn darauf dann reagiert wird.

    du hast dir deine frage ja auch nicht wirklich beantwortet, nur neue fragen aufgeworfen, während w-d und ich wenigstens wunschvorstellungen oder motivationen geäußert haben, deshalb würde mich interessieren, zu welchem ende du eigentlich den vorliegenden und dein eckfenster-blog machst?

    liebe grüße, uwe.

  8. wolf-dieter sagt:

    “Verpflichtung zur Gegenästhetik?” Nein.

    Auch Dinge des Zeitgeschehens können wir gerne aufnehmen, wenn daraus eben nicht die x-te Wiederholung dessen wird, was anderenorts bereits gesagt wurde. Beim “Wohlfühlfaktor Ethik” ist uns das ganz gut gelungen.

    Was hier noch entwicklungsfähig ist – und in diese Richtung sehe ich den den Beitrag von Helmut-, ist der Blick auf andere Blogs und andere Seiten im Netz. Es macht Laune, zu dritt hin und her zu schreiben, aber um uns herum passieren auch schöne Dinge und immer nur im eigenen Saft zu gären möchte ich nicht. Dann verliert sich das Herzklopfen.

  9. uwe sagt:

    da bin ich völlig deiner meinung. sowohl was die x-te wiederholung zeitaktueller news ohne neuen infowert als auch was die gefahr einer exzessiven nabelschau/-show betrifft.

    obgleich ich bisher nicht den eindruck gewinnen konnte, daß wir in unserem trialog nur im eigenen saft gärten. eher schien es mir so, daß jeder sein eigenes und ihm eignendes süppchen kochte und den anderen servierte, die es dann kosteten und über den geschmack, den es zurückgelassen hat, sich äußerten. das könnten wir doch durchaus so weitermachen, oder?

    mit deinen hinweisen auf andere blogs, zuletzt den tollen zu patrice elmi, kommst du deiner eigenen forderung nach der öffnung der sur-seite auf andere aktivitäten im netz ja selbst auf das beste nach. daran habe ich auch starkes interesse. einen scout in dieser sache zu haben wäre ein großer gewinn für mich. ich selbst will mich auch gerne umsehen. auch habe ich einigen freunden die sur-seite empfohlen. mal sehen, ob sie sich melden oder gar beteiligen.

    liebe grüße, uwe.

  10. Helmut sagt:

    Zu Wolfs Feststellung des Hoch- und Runterschreibens:
    Das gibt es sicher – aber ist es ein neues Phänomen? Oder ist es eines, das genuin zur Tagespresse gehört.
    Und Uwe:
    Deine Bemerkung war eigentlicher Anlass dieser Nachfrage – und nun willst Du nichts mehr davon wissen? Nun ja.
    Nebenbei habe ich den Eindruck, dass man den Ball flacher halten sollte – bzw., dass da im Nachhinein vielleicht gefälliger formuliert und begründet wird als es evtl. nötig wäre?
    Und Nabelschauen können auch – und wenn es aus soziologischer Perspektive ist – auch interessant sein. – Diskussionen des Zeitgeschehens auch – nicht weil man den Informationswert eines Themas erhöhen könnte, sondern weil man eigene Ansichten erproben, ergänzen, diskutieren kann.
    Was mein Interesse war?
    Die Provinzisolation zu durchbrechen, ein anderes Forum als das Eckfenster zu haben, in dem größere Freiheit herrscht und noch Anderes möglich ist, das Medium Netz mit seinen Reizen und Wirkungen auszuprobieren und vielleicht noch manches andere – wie bewusst ist man sich selbst dessen immer?
    Andere Blogs: Gerne und ja – allerdings habe ich auch schon einige Zeit nach solchen gesucht und es ist etwas mühsam und das Ergebnis der Suche nicht durch die Bank spannend. Aber gesonderte Blog-Verzeichnisse gibt es wohl nicht?!
    An Wolfs Presse-Kritik fand ich interessant, dass sie direkt an ein manisch-depressives Krankheitsbild erinnert. – Läßt tief blicken?
    Es wird Antworten geben…

  11. Helmut sagt:

    Bei perlentaucher gibts im Medienticker heute was zum Thema zu lesen – ich fand es allerdings wenig erhellend.

  12. wolf-dieter sagt:

    Auf http://blogmap.wordpress-deutschland.org/ findet man ein Verzeichnis von deutschsprachigen WordPress-Blogs. Die Übersicht ist nach Kategorien geordnet und manche Blogs sind bereits bewertet worden, so dass man die Seite gut als Ausgangspunkt für eine Entdeckungsreise nehmen kann.

  13. wolf-dieter sagt:

    Das Hoch- und Runterschreiben ist kein neues Phänomen in den Medien, vielleicht gehört es als Bestandteil zu ihren Konstanten. Trotzdem. Manche Artikel aus der Tagespresse, mit denen Entwicklungen im Internet kommentiert werden, zeugen von wenig Einblick in die Materie. Und wenn diese Ignoranz mit dem kalkulierten Verlangen auftritt, heute zu loben und morgen zu tadeln, nimmt dies pathologische Züge an. Es geht nicht darum, dass man nicht kritisieren darf, was man zuvor gelobt hat. Aber wenn der Inhalt im Spiel um Aufmerksamkeit und Auflagen zunehmend (sic!) funktionalisiert wird, wozu dann noch das verfolgen?

  14. uwe sagt:

    lieber helmut!

    meine damalige blog-anmerkung halte ich duraus aufrecht. sie bezog sich auf jene, die ich im kommentar nr.7 nannte. die sur-seite hatte ich zu dieser zeit noch gar nicht wirklich wahrgenommen, du hast mich erst darauf gebracht. beim ersten überfliegen kam sie mir dann, das will ich zugeben, auch so vor, daß auf ihr tagesaktuelle probleme nochmals kommentiert werden. was mich zunächst zurückschrecken ließ. dann kamen andere, eigentümlichere beiträge, etwa über den klimaschutz, die fotos von w-d, deine apercus zur konsumethik uam. und wie sich daraus ein “gespräch” entwickelte, hat mir gefallen, und ich entschloß mich, teilzunehmen, mit kommentaren und eigenen beiträgen. so wie es jetzt läuft, bin ich zufrieden, das hatte ich ja schon ausgedrückt. meine damalige kritik an blogs, die aktuellen zeitungsmeldungen einen rattenschwanz an sekundär- und tertiärkommentaren verpassen, ohne daß diese wirklich erhellend weiterführen, bleibt bestehen. das ist das, was in der netzkritik als implosion der dummheit diskutiert wird. dem wirst du dich sicherlich anschließen. ich gebe allerdings zu, daß ich nicht wirklich viel erfahrung im datensurfen habe. einige wenige, und meist schlechte. oder unzureichende. deshalb sind mir die hinweise von w-d sehr willkommen. ich werde sie nutzen.

    das mit dem ball flacher halten: das sollte jeder so handhaben, wie er kann oder muß oder will. interessant ist doch der zusammenstoß der sprach- und schreibstile, wie ich schon des öfteren betont habe. mir ist dieser blog, ich hatte es dir in einem der letzten mails schon mitgeteilt, wie ein gespräch unter freunden, anregend, aber eben ohne jeden vollstreckungs- oder verwertungszwang. auch eine solche wundertüte kann zu überraschenden einsichten und zu kommunikativen pointen bei den beteiligten führen.

    bei den nabelschauen sehe ich die gefahr der zirkularität, des gärens im eigenen saft ohne äußeren zufluß. und ws steckt hinter ihnen: gier nach aufmerksamkeit?! sicherlich wird in jedem persönlichen blog ein gut teil nabelschau enthalten sein. aber das virtuelle gespräch, der austausch, das schreiben für andere ist weitaus interessanter.

    ich habe bei wikipedia mal unter blog recherchiert. fand den artikel ganz hilfreich. auch gibt es gute links. das meiste werdet ihr schon kennen. aber vielleicht ist ja was neues dabei. dort auch den hinweis auf stefan niggemeier und seine meinung, warum das schreiben eines blogs für ihn so befriedigend ist:
    “für mich ist es eine sucht. ein unstillbarer hunger nach aufmerksamkeit. oder, um es positiver und weniger egozentrisch zu sagen: nach kommunikation.” und an anderer stelle:
    “mein blog kann ein ständiger abgleich meiner realitätswahrnehmung mit der anderer sein: wer bin ich? wie sehen die anderen mich? worüber lachen sie? was lässt sie kalt, was verstehen sie falsch? die konversationen, die entstehen, sind immer wieder experimente in sozialer interaktion.”
    vor allem letzteres finde ich spannend. und die sur-seite bietet eine plattform für solche interaktionen. und zwar eine attraktive, aus den in den kommentaren nr.2,3,4,7 genannten gründen. bisher zwar mit erst drei teilnehmern, aber das kann sich noch ändern. es ist diese art, sich einer öffentlichkeit zu stellen, sie sogar erst zu bilden, was mich am bloggen fasziniert. und das erst seit einigen monaten. dank dir und w-d.

    liebe grüße, uwe.

  15. Helmut sagt:

    Für den Hinweis auf das WordPress-Blog-Verzeichnis besten Dank!
    Aber: Welche anderen Blog-Anbieter gibt es noch?
    Ich schaus mir an!
    Und wir könnten ja auch auf Funde hinweisen.

    Einen witzigen Blog-Titel hatte ich schon gefunden: ostblog.de – Ob das allerdings was taugt, habe ich noch nicht geprüft.
    Unter kreativrauschen.de gibt es etwas über das Verlinken, das fand ich schon interessant. –

    Und generell:
    Uwe hatte mir ein wenig unterstellt, ich wollte mit meiner Frage gegen Spielwiesen und Wundertüten schreiben – das ist nicht der Fall.
    Es war einfach eine Frage für mich und ich wollte hören, was Ihr meint. –
    Wie käme ausgerechnet ich dazu, mit einem “Vollstreckungszwang” assoziiert zu werden – also bitte!
    Nein, Wundertüten sind mir sehr sympathische Gegenstände. Aber Reflexion dessen was man da tut, vorerst ja zumindest noch in kleinem Kreis – aber im Grunde doch auf dem größten Marktplatz, das scheint mir allemal lohnenswert.
    Ich brauche kein Programm und keine Gegenästhetik. Darum ging es nicht.
    Aber ich könnte mir zum Beispiel Fokussierung vorstellen. Oder dass man wirklich durch Nachdenken und Austausch zu einer echten Alternative findet oder tatsächliche Lücken findet und fällt.
    Was kann ein Blog und was kann er nicht?
    Was kann er anderes als Fernsehen und Presse – und worin könnte dabei eine Chance oder eine produktive Möglichkeit bestehen?
    Kommunikation, ja. – Ich würde sagen: Teilnehmen, aktiv werden. Das scheint mir wichtig. – Den Medien nicht passiv ausgeliefert zu sein. Manchmal kann ich die Nachrichten nicht mehr hören, ich schalte genervt ab oder gehe raus, wenn andere sie hören wollen. – Und auch das Fernsehen, das einen durch die elenden Werbeunterbrechungen und ein immer schlechter werdendes Programm zur Zapperei nötigt, ist nervig.
    Aber Blogs haben, auch wenn sie eine Alternative sein können, Grenzen. -

  16. wolf-dieter sagt:

    Technorati ist die Anlaufstelle, wenn man weltweit nach Beiträgen in Blogs suchen will. Über eine Suchfunktion kann man nach Begriffen forschen, oder man klickt einen Eintrag in der Tagwolke auf der Startseite an.

    Wenn wir hier Beiträge schreiben, informiert die Software unseres Blogs (wordpress) folgende Dienste automatisch darüber:
    http://rpc.technorati.com/rpc/ping
    http://ping.feedburner.com
    http://api.my.yahoo.com/RPC2
    http://ping.wordblog.de/

    Diese Adressen kann man nicht direkt aufrufen, an sie werden nur die Infos geschickt, dass sich hier was getan hat.

    Helmut sprach u.a. von Fokussierung – in welche Richtung könnte das gehen?

  17. uwe sagt:

    lieber helmut!

    es waren keine unterstellungen in deine richtung. an dich adressiert, aber letztlich eine beschreibung meiner vorliebenhinsichtlich eines möglichen blogs: eben eine wundertüte für alles, ohne einschränkungen, es sei denn solche, die sich von selbst, im prozeß des schreibens und kommentierens ergeben.

    mit vollstreckungszwang meinte ich:
    nicht immer den bogen bis zum ende durchführen müssen, nicht immer ultimatives im kopf haben müssen, nicht immer zu dem, was ohnehin passiert, etwas vermeintlich originelles oder grundsätzliches hinzufügen müssen und:
    mehr mut zum open end, zum work in progress, zu losen enden. eine ästhetik des fundstücks vielleicht, solche, die wir finden und solche, die wir erfinden, zitate und selbstverfaßtes. so in etwa. aber vielleicht ist ästhetik schon wieder zu hoch gegriffen. ein virtuelles fundbüro oder ein virtueller laden für allerlei kram. sich umsehen und sammeln, was einem zustößt. das muß nicht unbedingt in die beliebigkeit münden. jeder nach seiner eigenen fasson und seinem eigenen vermögen, das dürfte vor beliebigkeit schon genug schützen. außerdem gibt es ja noch die beitragskritik mittels der kommentare. aber das ist MEINE blog-phantasie, die von anderen nicht geteilt werden muß. ich hatte allerdings den eindruck, daß die sur-seite einige elemente dieser phantasie schon aufweist. zu meinem gefallen. deshalb meine lust an der teilnahme, -habe. aktiv und passiv.

    den blog als möglicherweise kritisches medium der reaktion auf die medien – das ist gut. und soweit hatte ich nicht gedacht. warum nicht? der anfang ist doch schon gemacht, mit den knut-, klimaschutz-, hartz IV- beiträgen und anderen. das kann ich mir auch vorstellen.

    aber nun zur fokussierung. wieder ein gedanke, aber interessieren würde es mich, wie w-d auch, an welche du hierbei gedacht hast. welche also und was sollen sie bringen?
    ich selbst bin der meinung, daß jeder seinen eigenen fokus mit- und einbringt in so einen blog. man sieht den beiträgen doch an, was den autoren an ihnen wichtig ist und wie sie es vermitteln wollen. wieviel fokussierung soll sein? ein blog mit ausgesuchten, festgelegten themen, oder wie hast du dir das gedacht? ich habe den eindruck, du willst (brauchst?) eine zielvorgabe. liege ich falsch? oder geht es dir nur um eine bündelung, systematisierung? aber warum nicht dem krea(k)tiven chaos vetrauen und warten, was sich wie entwickelt. vage schwerpunkte – zeitgeist, fotos, kultur u.a. – sind doch schon da. also:
    welche fokussierungen schweben dir vor? oder war das nur allgemein gesprochen und gar nicht auf die sur-seite gemünzt?

    grüße, uwe.

  18. Helmut sagt:

    Ach, haben wir eine Methodendiskussion?
    Wie unerquicklich. Aber vielleicht auch nicht ganz unerlässlich. Wenigsten um Vorstellungen und Bedürfnisse auszutauschen.
    Grob gesehen schwankt es zwischen kreativem Chaos und Planwirtschaft. Mir wäre beides nicht ganz sympathisch. Also etwas zwischendrin.
    Man muss sich vielleicht die Frage stellen, ob man sich nur selbst verlustieren oder auch womöglich für andere interessant schreiben will. – Ob man das mit allerlei Kram kann?
    Ich habe gestern mal einige blogs angesehen – wirklich interessiert hat mich eigentlich keiner.
    Unter Fokussierung stelle ich mir keine Zwangsveranstaltung vor, aber man könnte sich ein Profil geben, könnte sich erkennbar machen für einen Leser: Was passiert hier?
    Denn Kreatives Chaos, Ästhetik des Fundstücks und Beliebigkeit sehe ich schon als enge Verwandte.
    Für mich muss sich nicht zwingend etwas ändern. Man kann auch beliebig sein. Wir können einfach so weitermachen, hätte ich gar kein Problem damit.
    Aber ein work in progress wäre für mich etwas anderes – das hätte ein Ziel – es ist ein Werk.
    Ich habe nichts gegen Spiel – wobei mir Spielerei schon wieder anders klänge – wie nennen wirs? Doch wovor hat man Angst, wenn man es quasi zum Programm machen will, nicht zum Ende zu kommen und nichts Ultimatives zu erreichen – erreicht man dann vielleicht auch nicht zwangsäufig Halbgares?
    Wie auch immer – wie gesagt: ändern müssen wir gar nichts.
    Es ging nur darum, sich zu überlegen, ob man etwas ädern möchte. Uwe ists zufrieden, bei Wolf sehe ich noch keine klare Position, ich könnte mir so etwas wie ein erkennbares Profil vorstellen, brauche es aber nicht.
    Wie gesagt: Spielwiesen sind ja auch was Nettes und Wundertüten was Sympathisches. Man kann das Vertrauen haben, dass sich das alles schon irgendwie von selbst, von uns…ergeben wird. Obs jemanden interessieren wird – kommt drauf an was man will, muss ja auch nicht sein – wird man sehen.
    Aber man könnte.

  19. uwe sagt:

    zugegeben:
    als ich mir die seite zum ersten mal angesehen habe, dachte ich: ein kessel buntes. und zu welchem ende? dann habe ich sie weiter verfolgt, die beiträge häuften sich, fotos kamen dazu, und ich fing an, mich zu beteiligen und fand immer mehr gefallen am schreiben und kommmentieren. das bunte allerlei, jedoch präsentiert durch die je eigene perspektive der schreibenden teilnehmer, wurde mir immer sympathischer, deckte sich mit einigen meiner eigenen motive, die mich zum fast täglichen auf-schreiben brachten und immer noch bringen.

    es gibt ein statement, worauf reagiert werden kann, es entwickelt sich kommunikation, ein wechselvolles spiel der aktion und reaktion, eine interaktion, wenn’s gut geht. das gäbe es auch, wenn konkrete zielvorgaben, ein programm entwickelt, themen vorgegeben würden. aber warum? es geht doch sonst genug in unserem leben um ein plansoll, das es zu erfüllen gilt, warum also nicht einmal ein medium bieten, erfinden, in dem letztlich zweckfrei über die unterschiedlichsten gegenstände räsonniert werden kann? warum muß immer alles zu einem ende kommen? und wer entscheidet, daß es das dann ist? wie wäre es dagegen mit einem sprach- und denkfluß, der durch die beiträge in bewegung gebracht und gehalten wird?! warum ist so was dann nur nett oder sympathisch, halbgar und verspielt, dem alles, was sich einem programm, einem ziel, einem profil verschreibt, überlegen ist? oder habe ich dich da mißverstanden?

    ich will die losen enden nicht zum programm machen. ich habe auch keine angst, am ball zu bleiben und bewußt mich einer übung in konzentriertem denken und schreiben an einem gestellten thema entlang zu unterziehen. auch bei einer konkreten zielvorgabe wäre aber ultimatives nicht zu erreichen. das denken ist doch immer im fluß. zumal wenn drei unterschiedliche denker daran mitschreiben. und das ist gut so. jedoch probieren könnten wir es. was wäre denn so ein profil, das du dir vorstellen könntest? von dem du dir zu versprechen scheinst, daß es auch andere interessieren könnte.

    zuletzt: das ziel des work in progress kann auch der progess sein.

    in diesem sinne,
    fortschreitende grüße, uwe.

    p.s.: irgend etwas muß dir doch fehlen, obgleich du nicht wirklich forderst, daß eine änderung nötig ist. du könntest dich mit dem bestehenden bescheiden, schreibst du. was ist das, das einverständnis zum zweitbestmöglichen?

  20. Helmut sagt:

    Von bescheiden war nicht die Rede. Ich sehe das vollkommen entspannt. Du hast so eine Art zuspitzend oder verkürzend zu paraphrasieren, dass man die eigenen Bemerkungen nur sehr teilweise erkennt.
    Aber Deine letzte Mail spricht ja noch etwas anderes an: Wie guckt man auf die Welt und was hält man von dem Ganzen?
    Und damit auch: Mit welcher Methode/ welchen Methoden nähere ich mich ihr (halte sie mir fern)?
    Und ich hatte eine Haltung mit mehr Verbindlichkeit, Deutlichkeit oder wie wir es nennen wollen präferiert.
    Ja, vielleicht hat es etwas mit (leicht?) differierenden Haltungen zu tun – oder ist es doch mehr: Lebenseinstellungen?
    Jedenfalls geht und ging es mir hier nicht um Ultimatives und Plansoll – wo hätte ich das zum Ausdruck gebracht?

    Also nochmal:
    Ich finde die Sache gut so wie sie ist. – Was nicht heißt, dass man nicht übers Bessermachen nachdenken könnte.

    Mit anderen Seiten in Kontakt zu treten finde ich nicht schlecht – es ist die Frage, wie das praktisch aussehen sollte. – Denn, ich hatte kürzlich auf einen Artikel über Links aufmerksam gemacht, das mit dem Verlinken der Blogs scheint doch mehr Gerücht oder Wunsch als Realität?!

  21. wolf-dieter sagt:

    Um den Ball flach zu halten, hatte ich mit ein paar Worten beschrieben, wie die Seite hier entstanden ist: als Notizbuch. Die Entstehungsgeschichte bestimmt nicht die Entwicklungsgeschichte.

    Um den Ball flach zu halten, braucht es ein gepflegtes Kurzpassspiel, den Ball auch mal über drei, vier Stationen laufen lassen, den Pass in die Spitze und – natürlich – in die Tiefe des Raumes. Manchmal stoppt man den Ball und manchmal lässt man ihn einfach abprallen. Vielleicht ist die Frage nach der Fokussierung eine Frage nach der Form, wie man schreibt, und nicht primär eine des Inhaltes.

    Wie entstehen Verbindlichkeit und Deutlichkeit? Durch Erläuterung? Vielleicht. Und wenn das Erläuterte wieder erklärt werden muss?
    Durch exakte Beobachtung? Ggf. Sie kann auch knapp ausfallen oder in einem Bild Ausdruck finden. Durch einen illuminierenden Gedanken? Soll vorkommen. Aber auch der braucht nicht immer – aber manchmal – viel Platz.

    Zum Verlinken der Blogs schreibe ich einen Kommentar zum Beitrag “Schneller finden”.

  22. uwe sagt:

    lieber helmut!

    ich reagiere schreibend auf das, was du in deinen kommentaren mitteilst. dabei sind verkürzungen, pointierungen möglich – immer im horizont meines verständnisses oder teil- oder gar mißverständnisses. fehl- oder leerstellen kommen in jeder kommunikativen handlung vor. deshalb können wir uns ja explizieren. was bisher immer wieder geschah. und dabei uns vielleicht einander annähern, schnittstellen bilden.

    das mit der haltung zur welt und dem schreiben gegenüber ist richtig. nur sehe ich nicht recht, wo das problem liegt. es muß doch nicht jeder dieselbe haltung haben. und verbindlichkeit oder deutlichkeit muß nicht immer der generalbaß jeder mitteilung oder jedes beitrags sein. deutlich kann etwas doch auch werden, wenn man sich über ein thema austauscht. vielleicht war der schreibende zu mehr deutlichkeit nicht in der lage oder nicht willens dazu. wo oder bei welcher gelegenheit war dir die haltung zu undeutlich, unverbindlich?

    über’s bessermachen sollte man immer nachdenken können. es sollten nur keine vorschriften dabei rauskommen oder regeln aufgestellt werden. wie wäre es, wenn wir unserem je eigenen sprach- und schreibvermögen mit den dazugehörigen welt- und lebens-haltungen vertrauen und darauf hoffen, daß wir uns (und hoffentlich auch bald noch andere) aneinander profilieren, mehr schärfe gewinnen oder auch distanz zum eigenen.

    deutlichkeit oder verbindlichkeit kann man nicht verordnen. und da bin ich bei dem kommentar von dir, lieber wolf-dieter, angelangt.
    das mit dem notizbuch habe ich verstanden und in meine worte übersetzt. etwas überschwänglich vielleicht, aber so bin ich nunmal gestrickt. ich motze eher auf als das ich tiefer lege. sei’s drum. die idee finde ich gut und als form auch vertret- und realisierbar. was wir ja auch tun, bisher.

    das mit dem ball flacher halten habe ich nicht ganz verstanden. helmut hat auch davon gesprochen. was genau meinst du?

    viel spannender finde ich deine bemerkung, daß fokussierung auch eine frage nach der form ist, wie man schreibt. das finde ich auch: wie stellt man ein thema sprachlich dar, welche rhetorischen mittel nutzt man, was läßt man weg, welche übergeordnete form wählt man etc. aber auch hierbei würde ich für vielfalt plädieren. beschränkung muß auch sein, ja, aber eine solche, die der jeweilige teilnehmer für richtig hält und keine, die quasi objektiv vorgegeben wird.

    zuletzt noch einmal die frage, die ich mir immer noch stelle, nach nunmehr 22 kommentaren zum thema “blog – in eigener sache”: worüber tauschen wir uns hier eigentlich aus? sollen daraus handreichungen für künftige beiträge werden? was ist es genau, was die selbstreflexion – die ja bisweilen gut und notwendig ist – ausgelöst hat?

    grüße, uwe.

  23. Helmut sagt:

    Lieber Wolf,

    Dein Kommentar gefällt mir sehr gut: Rundum Zustimmung!
    (Aufgefallen ist mir doch, dass trotz der Fussballmetaphorik nicht von Foul und Torschuss die Rede ist)

    Zu Uwes Kommentar:
    Praktischer Weise hast Du Absätze gemacht:

    1: Fühle mich immer wieder bewusst leicht provozierend missverstanden.

    2: Problem?: Keins. Aber: Siehe 1; jeder dieselbe Haltung: Du weißt genau, dass ich so einen Unfug nie fordern würde?!

    3: Angst wovor?
    Um Regeln und Vorschriften ging es mir, siehe 1, bestimmt nicht.

    4: Aufmotzen, ja, da könnte ein Problem liegen und das könnte etwas mit Haltung zu tun haben – und dann auch mit der Form.

    5: Siehe 4.

    6: Form und Fokussierung: ok, aber das ist eine sehr spezielle und, wenn man will, auch eingeschränkte Sicht.

    7: Darüber, was und in welcher Form wir hier etwas tun und ob wir es so möchten.
    Der Auslöser warst Du selbst.

  24. wolf-dieter sagt:

    Nochmal zu unserem Ballspiel: Was bislang eine der Stärken unserer Seite ist, ist auch eine ihrer, wenn man es so nennen will, Schwächen:

    Mit jedem Beitrag präsentieren wir ein Thema. Jeder Kommentar bringt dazu 5 Gedanken und 10 Assoziationen. Und dazwischen gibt es Brücken, Querverbindungen, Verweise, manchmal auch Missverständnisse und Missverstehen. Damit ist der Tisch überreich gedeckt.

    Die Besucherstatistik zeigt für den Juni mehr als 4500 Besuche – die meisten davon sind Suchmaschinen u.ä., die Zahl der echten Besucher und Fans dieser Seite ist überschaubar. Auch in Zukunft werden die meisten Gäste über Suchmaschinentreffer hier am Tisch Platz nehmen oder nur kurz einen Blick auf die Seite werfen.

    Um uns und unseren Besuchern Orientierung zu geben, gibt es die vier Kategorien, in denen unsere Beiträge veröffentlicht werden:
    sur l’eau
    sans l’eau
    dans l’eau
    sous l’eau
    Die Idee oder auch die Systematik dieser Aufteilung wird sich dem Gelegenheitsbesucher nicht auf den ersten Blick erschließen, vielleicht braucht sie das auch nicht. Er sucht eine Info und findet ggf. etwas Lesenswertes, das ihn zum Verweilen einlädt. Wir können an dieser Kategorieneinteilung arbeiten und sie optimieren, ggf. durch weitere ergänzen. Man könnte auf einer statischen Seite auch ein paar Worte dazu oder über dieses Projekt sagen.

    Alle Beiträge, die es hier gibt seit wir zu dritt schreiben, haben einen sog. Tag. D.h., unter jedem Beitrag gibt es ein Schlagwort wie Literatur oder Fotos, das den Beitrag unabhängig von seiner Zuordnung zu einer Kategorie, einem Schlagwort zuordnet. Klickt man den Tag werden, werden alle Beiträge angezeigt, die mit diesem Schlagwort ausgezeichnet sind.

    Wenn es einem Besucher bei uns gefällt, kann er über die Kategorien und die Tags sich ansehen, was es sonst so hier gibt. Kategorien und Tags gibt es in den meisten Blogs, so dass Leute mit Blogerfahrung wissen, wie man sich hier orientieren kann. Für die anderen bleiben Suchen und Ausprobieren, z.B. über die Suchmaske in der linken Spalte.

    Fokussierung und Form – manchmal reicht vielleicht ein Gedanke in einem Kommentar.

  25. uwe sagt:

    lieber helmut!

    praktischer weise hast du nummern vergeben.

    zu 1: es liegt zumindest bei mir kein willentliches mißverstehen oder provozieren vor. vielleicht kommst du mit der art, wie ich dinge re-formuliere oder para-phrasiere, nicht klar. aber das problem kennen wir doch gut, nicht nur auf diesem kanal. siehe eckfenster und unsere privaten mails. DAS macht für mich einen großen teil der anhaltenden spannung in unserem korrespondieren aus.

    zu 2: daß jeder dieselbe haltung haben soll, habe ich mir auch nicht denken können oder wollen, daß du das meintest. aber warum von haltung reden, wenn man nicht eine bestimmte im auge hat, die dann evtl., wenn auch nicht verbindlich so doch richtungsweisend sein soll? du hast von haltung gesprochen. ich übringens auch, von ethos, irgendwo in einem meiner kommentare. vorschlag: könnte es sein, daß du die haltung zur welt und ich die haltung sich selbst gegenüber meinte und daß es das ist, was uns nicht ganz zueinander kommen läßt? ein altes thema zwischen uns, wie du weißt.

    zu 3: siehe 2.

    zu 4: siehe 2, 3. und: jetzt aber butter bei die fische: wann wurde aufgemotzt und von wem bei welcher gelegenheit? wenn schon nabelschau, dann richtig.

    zu 5: ball flacher halten, gerne. nur muß das immer sein? was ist mit bananenflanken, was mit pässen ins leere oder mit dem drippeln um seiner selbst willen? das gehört zu der metaphorik des (fuß-)ballspiels doch auch, oder? du selbst nanntest richtigerweise auch torschuß und fouls. bei letzterem könnten wir schon angelangt sein, in den kommentaren, versteht sich.

    zu 6: ich bleibe dabei: fokussierung gerne, aber bitte mit spiel-räumen. sowohl formal als auch inhaltlich.

    zu 7: ich dachte, der auslöser waren die printmedien mit ihrer blog-kritik. nun gut, der auslöser war also ich. mit meiner frage in einem meiner mails an dich, warum und zu welchem ende ein blog? klargestellt hatte ich ja schon, zu welchem zeitpunkt diese frage bei mir aufkam und wie sich meine beurteilung wandelte, im zuge meiner mitarbeit an der sur-seite. die ja gewünscht war. die offene form hat mich angesprochen und ermuntert. unklar war mir zunächst auch, worum es eigentlich gehen sollte, was der leser der seite erwarten darf. das schon. aber es störte mich nicht und stört mich immer noch nicht.

    meine letzte frage diesbezüglch:
    soll es vereinbarungen im vorfeld geben, was mit der seite beabsichtigt wird und in welcher form das zu geschehen hat? wohin also soll die selbstreflexion führen? daß alles beim alten bleibt, doch wohl nicht. oder sollten wir einfach mal darüber geredet resp. geschrieben haben, ohne daß sich was ändern muß? ich jedenfalls habe meine vorstellungen, wünsche offengelegt. das mit der haltung und der form ist allerdings immer noch offen.

    wir sollten zu einem ende kommen. es ist eure seite. bisher ohne erkennbares, explizites profil. ich sehe es so: vielleicht kein profil, aber unterscheidbare gesichter.

    grüße uwe.

  26. Helmut sagt:

    Lieber Uwe,

    ich schlage einfach mal vor (oder zurück?), dass wir eine telekommunikative Friedenspfeife schmauchen.
    Es schien eine Frage im Raum zu stehen, die sollte zur Disposition gestellt werden. Sie stand da gar nicht, nun denn. Schon interessant, dass diese Frage die Gemüter bisher am meisten zu erhitzen in der Lage war.
    Von mir aus, das hatte ich ja schon gesagt, kann einfach so frei wie man nun mal frei ist genotizbüchert werden. Wir müssen die Diskussion nicht künstlich in die Länge ziehen und größer und brisanter machen als sie verdient.
    OK?

  27. uwe sagt:

    lieber helmut!

    fiedenspfeife, gerne!
    ich war allerdings nicht der meinung, daß wir uns in einem kleinkrieg befanden.
    zwei positionen, die aufeinander trafen. wie immer eigentlich bei uns beiden. und jeder schärft das eigene verständnis und das verständnis des eigenen am jeweils anderen. so empfand ich es. erhitzt habe ich mich nicht wirklich, es war eher so, daß ich nicht richtig einzuschätzen wußte, wohin die frage führen sollte. nur selbstreflexion oder doch auch praktische konsequenzen ziehen?!

    für mich stand keine frage zum blog im raum. dankbar bin ich dir, daß ich meine vorstellungen eines blogs entwickeln konnte. das war die anregung, die mir gefiel an dem beitrag und die ich aufgenommen habe. auch w-d ist ja aus der reserve gekommen und hat seine gründungsidee verraten.

    diese diskussion fand ich schon notwendig. und sie ist es noch. die frage bleibt ja:
    erreichen wir mit der jetztigen notizbuch-form auch andere. bei der goldfisch-frage scheint es geklappt zu haben. da könnte man sich wieder fragen, warum? weil sie letztlich auch wieder ergebnisoffen gestellt wurde, und ohne vorgaben einen gedankenspielraum ermöglichte, den man nutzen kann oder eben nicht?

    grüße, uwe.

Leave a Reply

*