Jun 20 2007
Oberflächen
Bekannte und im Alltag vertraute Oberflächen, die durch Spiegelungen, Abnutzung und Witterungseinflüsse verunklärt oder verfremdet wurden und die dadurch eine neue optische Anmutung erhielten.
Spiegelung

Schiffe

Vereiste Holzbretter

B-/ Rest of

Hallo Uwe,
die verfremdeten Schiffe gefallen mir am besten – am Computer bearbeitet?! Der Himmel scheint wie ein Vorhang vor dem anderen zu hängen, was ein interessanter Effekt ist.
Spiegelungen sind meist auch reizvoll – diese ist einer vorhergehenden ähnlich – ist es nicht sogar das gleiche Pflaster, auf den gleichen Platten?
Das “Best of” erinnert etwas an eine Schwitters-Collage und man könnte es auch als ironisch-melancholischen “Alles-vergeht-Beitrag” sehen.
Die vereisten Bretter sind wohl etwas älteren Datums?!
Gute Bilder jedenfalls; wie werden ja sicher bei Gelegenheit noch mehr davon sehen.
Grüße,
Helmut
Die Bretter kommen in einem großen Format besser zur Wirkung, aber auch so sind sie ein nettes, abstraktes Spiel, gerade durch die dünne Linie in der Mitte.
Bei den Schiffen gefällt mir besonders das Licht am rechten Rand. Obwohl es ein Plakat(?) ist, sieht es aus, als würde sich die Sonne spiegeln.
In der Spiegelung beim ersten Bild öffnet sich ein Abgrund zu unseren Füßen, vor allem der Himmel und der Baum sind schön gedreht.
lieber helmut!
ich bearbeite meine fotos nicht.
ich finde vor und drücke ab. keine nachbereitung, höchstens werden mal die ränder beschnitten. es geht mir um die arbeit des blickens, die diese umdeutungen des augenscheinlichen bewerkstelligt. manchmal allerdings merke ich erst am abzug, was mir unter die augen geraten ist und produziere sinn im nachhinein.
bei dem “schiffe”-bild, das die anmutung eines impressionistischen gemäldes in blautönen hat, handelt es sich um eine profane hinweistafel im museumshafen övelgönne in haha, die durch witterungseinflüsse farbe verloren hat. vom zufall verursachte formschlieren also, die ein für touritische zwecke aufgenommenes hafenbild zu einem schaustück ganz anderer art werden lassen.
bei der “spiegelung” fand ich das farbenspiel interessant und wie das motiv der hausfassade durch leichte irritationen der wasserpfützenoberfläche verunklärt und verwackelt wird, eine tendenz ins amorphe erhält.
die “vereisten holzbretter” stammen aus dem letzten winter. es ist die sitzbank vor der kita, in die ich max jeden morgen bringe. ich dachte beim fotografieren an eine miniatur-schneelandschaft, die krude durch eine schnurgerade straße zerschnitten wird. schön auch das spiel der grauwerte und lichtreflexe.
“b-/restof” ist eher was zum schmunzeln und kurzen nachsinnen. es spielt mit der kurzlebigkeit unserer standards des superlativen: was gestern noch best of war, kann heute schon rest of sein. und außerdem, das hast du schon gesehen, kann man es, wie jede andere zerfetzte plakatwand auch, als eine variante des memento mori-motivs interpretieren. aber daß der schriftzug doppeldeutig zu lesen ist, war mir wichtiger.
soweit mein kommentar. es werden sicherlich noch einige bilder folgen. ich habe noch welche in petto.
liebe grüße, uwe.
lieber wolf-dieter!
ich hatte deinen kommentar noch nicht gelesen, als ich nr. 3 abschickte. deshalb hier noch ein kurzer nachtrag.
du hast natürlich recht, die “bretter” sind auch ein gelungenes spiel abstrakter formen auf einer fläche. gerade das ist eins meiner hauptmotive des fotografierens: in bildern des scheinbar vertrauten dem betrachter die möglichkeit eröffnen, mehr und anderes zu sehen, die eineindeutigkeit der logisch-rationalen wahrnehmung zu ergänzen, zu konterkarieren oder einfach zu unterlaufen. wo ich landschaften sehe, kannst du und andere eben ein abstraktes formenspiel erkennen.
bei den “schiffen” vermutest du zu recht ein plakat bzw. eine infotafel. siehe meinen kommentar dazu in nr. 3.
insgesamt stimmt es, daß solche bilder von strukturen und oberflächen enorm gewinnen, wenn man sie in einem größeren format sieht. viele von diesen habe ich in dinA4-abzügen gerahmt und bei freunden hängen – dort erst entfalten sie ihren optischen reiz zur gänze.
aber auch hier, in diesem medium ist es schön, sie anzusehen und vor allem – darüber sich zu verständigen.
liebe grüße, uwe.
Wenn man die Bilder hier bildschirmfüllend präsentiert, verlängert sich die Ladezeit der Seite, besonders die Besucher mit analogem Modem werden dann nicht viel Freude an unserer Seite haben. Man kann natürlich auch mit Vorschaubildern arbeiten, die erst per Mausklick den Bildschirm füllen, aber so ganz überzeugend ist das auch nicht. Es gibt ein schönes Plugin (Lightbox JS v2.2 Plugin), dann wird die Seite abgedunkelt, und die Bilder werden in einer Galerie präsentiert. Ich kann es installieren und wir gucken, was uns besser gefällt. Die Bilder so wie bisher zu zeigen hat den Vorteil, dass man auch beim Schreiben von Kommentaren alle Bilder nochmal ansehen kann.
ich bin sehr damit zufrieden, wie die bilder bisher präsentiert werden. auch ziehe ich es als nutzer vor, die bilder beim schreiben des kommentars noch einmal zu betrachten. von meiner seite aus kann es also so bleiben.
herzliche grüße und dank für die aufklärungen,
uwe.
Mir gefällt es so auch besser, aber um das Schauspiel zu zeigen, werde ich ein paar Bilder mit dem Plugin vorstellen.
Wo sind eigentlich die Unterflächen?
H.