Jul 03 2007

Ironmänner – Schmerzensmänner

Published by at 11:40 am under sur l'eau

So und so ähnlich klang der Singsang durch die Medien, die die Triathlon-Veranstaltungen in Roth und in Frankfurt am Main kommentiert haben. Das erinnert an eine Szene aus “Lawrence von Arabien”. Lawrence schwärmt Sherif Ali ibn el Kharish vor, wie toll doch die Wüste ist. Dieser antwortet darauf sinngemäß: “Kein Araber liebt die Wüste, die Oasen mit ihrem Grün, das Wasser, die Wüste – nein.”
Was beim Triathlon zählt, ist das Gefühl, zurück zu kommen, auch am 5. Berg nochmal anzutreten, nach 10km Laufen nochmal anziehen – immer mal wieder, bis zum Schluss.

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6 Responses to “Ironmänner – Schmerzensmänner”

  1. Helmut sagt:

    Tja,

    einmal mehr aufstehen als hinfallen…

    Der Satz den Du zitierst scheint mir von den Satzzeichen her etwas unglücklich – es wird dann schon klar, was gemeint ist, kommt mir aber ungeschickt vor.

    Wie steht es eigentlich beim Triathlon mit dem leidigen Thema Doping?

    Am Samstag startet ja die nächste Tour und ausser Doping-Geständnissen etc. war in letzter Zeit wenig zu hören. Die Besucherzahl bei der Deutschen Meisterschaft soll unter Niveau gewesen sein. Und wie stellt man sich überhaupt dazu?
    Und wenn, wie Jörg Jaksche im heutigen Spiegel sagt, auch noch Jens Voigt, dem man für einen der wenigen vom Fähnlein der Aufrechten halten konnte…
    Sieht man wieder zu bei der “Tour” – und mit welchen Gefühlen und Gedanken? Denn das gleiche wie vor dem allem ist es nicht mehr. Was ist vom Radsport noch übrig?

  2. wolf-dieter sagt:

    Der Satz in Anführungszeichen steht so weder im Buch noch wird er im Film so gesagt. Es ist eine Umschreibung meinerseits, die sprachlich nicht ganz gelungen ist. Wahrscheinlich gibt es Doping auch im Triathlon, aber das war nicht mein Thema.

  3. Helmut sagt:

    Die Einsamkeit des Langstreckenläufers geht aber nicht ganz ohne Schmerzen ab, vielleicht eine Schmerz-Lust. Oder ging es Dir um die reißerische Darstellung des Extremen in den Medien?
    Kann man das Thema Sport heute ohne das Thema Doping denken? Und weil die Tour vor der Tür steht und Jaksche sich gerade zum Kronzeugen machen möchte, hab ich es angesprochen, denn ich hatte ohnehin überlegt was Kleines dazu zu schreiben.

  4. wolf-dieter sagt:

    Es ging um die Art, wie die Schmerzen betont werden. Dass der Langstreckenläufer Schmerzen empfindet, will ich nicht bestreiten, dass Lust und Schmerz sich nur durch das Vorzeichen unterscheiden schon. Es geht auch weniger darum, dass es manch Einem Lust bereitet, Schmerzen zu empfinden. Sondern: in der Erfahrung der Lust liegt etwas, und deshalb nehmen sie die Anstrengung auf sich, die Lust will andauern, der Schmerz will vergehen.

    Doping ist ein gutes Thema, auch hier.

  5. Helmut sagt:

    Vielleicht kommt es (wie immer?!) darauf an, ob man es tut oder nicht?
    Wer Ausdauersport, auch auf Nicht-Profi-Niveau betreibt, weiß worum es geht. –
    Wer das nicht tut – und ich gehe davon aus, dass die meisten Medienleute, die darüber berichten keine aktiven Sportler sind (?) – weiß nicht wovon die Rede ist.
    Und so wäre es doch eine mediale Vermarktungsnotwendigkeit, in der (irrigen?) Annahme, dass sich die Sache dann besser verkauft – oder dass sie dramatisiert werden muss, weil sie selbst nicht genug hergibt?
    Natürlich ist der Schmerz nicht das Ziel, er gehört allenfalls zum Spiel.

  6. wolf-dieter sagt:

    Vielleicht ist es das.
    Zum Thema Doping und Radsport ein paar ungeordnete und handgeschnitzte Puzzlestücke, wobei die Reihenfolge keine Gewichtung darstellt.

    Was erwartet man von einer Sportart, in der laut Athleten und Kommentatoren der Zweitplazierte der erste Verlierer ist? Beim Triathlon ist noch der Letzte ein “Finisher”.

    Mit Blick auf die Tour gewinnt man in der aktuellen Debatte den Eindruck, dass Doping erst seit Mitte der 90er Jahre ein Thema ist. Da ernüchtert der Blick in die Geschichte der Tour.

    Die Tour war und ist ein Medienereignis. Als solches wurde sie ins Leben gerufen und so wird sie seit über 100 Jahren dargeboten. Im Fernsehen laufen davor und danach u.a. Serien und Spielfilme – also fiktionale Formate. Und auch bei der Tour wird die Bühne bereitet, es gibt Haupt- und Nebenrollen, Komparsen, Regisseure und Strippenzieher im Hintergrund. Man kann die Radfahrer auch als Schauspieler sehen, als Schauspieler ihrer selbst und unserer Projektionen.

    Wen betrügt dann ein gedopter Schauspieler? Ist das überhaupt die richtige Frage oder geht es nur um die Leistung, das Schauspiel? Und was wäre ein Schauspieler ohne Zuschauer? Und inwieweit will der Zuschauer seiner Illusion – die Teil des Spiels ist – beraubt werden?

    “Harte, ehrliche Arbeit” und “verdienter Lorbeer” – In Zeiten wie diesen soll es das zumindest im Sport noch geben. Wenn schon die Einrichtung der Gesellschaft ihre Mitglieder nicht reich und glücklich macht, dann soll es wenigstens da gerecht zugehen.

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