Jul 12 2007
Vier Blicke vom Brandberger Kolm
Vier Blicke vom Brandberger Kolm (2701 m) im Sommer 2006 bei tollem Wetter mit einer sehr guten Fernsicht. Unter anderem weil kürzlich anhand eines anderen Fotos aus dem Zillertal nachgefragt wurde, ob ich den Fußweg oder die Seilbahn genommen hätte. Auf den Brandberger Kolm bin ich von Brandberg aus (1092 m) in ca. 2 Stunden und 10 Minuten gestiegen – das sind ca. 800 Höhenmeter pro Stunde.




beeindruckende bilder!
was mich interessieren würde:
sieht man anders und anderes, wenn man sich den aus- und überblick selbst erarbeitet hat?
ändert die strecke in höhenmetern, die man unter anstrengungen bewältigt und hinter sich gebracht hat, die art des blickens, wenn man sein ziel erreicht hat?
Ja, eindeutig und wesentlich!
Sehr schön. Was mir gut gefällt ist u.a. die Tiefenschärfe der Bilder. Das Auge kann ins Bild wandern, ohne dass der Blick auf einen Punkt fixiert wird. Dadurch treten mal die Größe, mal die Weite, mal die Oberflächenstruktur der Berge hervor.
die art des blickens ändert sich also. aber wie und was macht den unterschied aus? interessant wäre auch die frage:
entsprechen die geschossenen fotos diesem anderen blick, kommen sie ihm nahe oder hat das eine mit dem anderen nichts oder nur weniges zu tun?
Der Unterschied liegt, wir wissen das, im Auge des Betrachters.
Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich zwei Stunden intensiven Gehens, Blickens etc. hinter mir habe. Denn das bereitet den Blick vor. Man sieht vorher schon herum, auch zurück, hinunter – und je höher man kommt, desto weiter wird der Blick. Diese Langsamkeit, die Entwicklung, die damit verbundene Anstrengung, das Gefühl, sich den Blick zu verdienen, hat seinen Einfluss auf das Sehen und Wahrnehmen. Auch schärft so ein Gang hinauf den Blick. Die Aufmerksamkeit ist erhöht, auf den Weg, auf die Muskeln, auf die Steine und Schmetterlinge und Pflanzen am Wegrand. Ausserdem muss man auf den Weg achten, den richtigen finden, die Zeit kalkulieren: Reicht sie hinauf und hinunter? Wie ist das Wetter? In den Bergen kann es schnell und drastisch wechseln… All das hat man nicht, wenn man in eine Gondel steigt und leise hinaufschwebt, nur an den Masten etwas durchgeruckelt. Das kann auch einmal ganz nett sein, aber der Eindruck ist ein anderer, weniger tiefer. Das hat auch etwas mit Körpererfahrung zu tun. Diese vertieft Eindrücke, prägt sie unauschlöschlich ein.
Die Bilder selbst sind einerseits immer etwas enttäuschend, weil sie die Grandiosität des Moments natürlich nicht erreichen können. Nicht das Glücksgefühl transportieren können. Es fehlt das Durchatmen, wenn man oben ist, es fehlt das Gefühl des Windes in den Haaren und auf der Haut, das sonore Geräusch der Raben, das Sirren von Segelfliegerflügeln, auf den man hinab(!)schaut…
Andererseits sind sie doch eine gute Erinnerungsbasis.
- Wie sie jemand sieht, der den Berg und die Gegend nicht kennt, das weiß ich nicht. –
Da sieht man dann Landschaft – ob es etwas auslöst und was: ? -
So ein Bild ist also immer Verlust (eher groß) und Gewinn (wie groß?).
Aber es ist auch eine Bestätigung: Ich war da mal oben und es war ein prima Moment.
In aller Regel bin ich allein – es sind teils getragene Momente, die durchaus euphorischen Charakter haben – und die ich noch nach Jahren, vielleicht immer, in mir trage. Die Erinnerung daran kommt immer mal wieder unwillkürlich hoch.
Und man weiß nie: Heute konnte ich das – werde ich es im nächsten Monat/ nächstes Jahr oder wann immer noch immer können? Das spielt auch eine Rolle.
vielen dank für die erklärungen, die auch sehr schön den unterschied zwischen wort und bild verdeutlichen:
deine fotos stellen einen moment still, bewahren ihn für die erinnerung, deine summarische erlebnisschilderung – die ja sicherlich ausbaufähig wäre – versucht dagegen, eine besondere erfahrung – in der hier gebotenen kürze – zu vergegenwärtigen.
was mich noch interessieren würde:
gibt es auch bilder vom aufstieg, von dingen und momenten während der anstrengung oder gibt es nur die gipfelblicke?
Wer sich für Alpenpanoramen interessiert, findet auf der Seite “Alpen-Panoramen.de” viele gelungene Fotos. Über eine Suchfunktion kann man bestimmte Regionen auswählen. Neben den gefundenen Bildern gibt es zwei Links. Der eine führt zu einer Karte, der andere startet die Präsentation des Panoramas – sehenswert.
Guter Tip!
Mir war die Seite kein Begriff.
Auch nachsehen kann man unter Brändji.ch – allerdings standortlich begrenzt aufs Turtmantal und das Wallis, auch werden nicht nur Panoramen gezeigt. Gute Bilder.
Schöne Grüße,
H.
Schönes Bild und Respekt, da bist du ganz schön schnellen Schrittes vorangekommen.
@wolf-dieter
Danke für den Link! Die Seite offeriert in der Tat zahlreiche sehenswerte Bilder. Kannte ich noch nicht…
@Bigtrail
Hast Du die Touren auf deiner Seite gemacht oder sammelst Du Infos über die Strecken?
Hallo Bigtrail,
danke für die Blumen!
Ja, es ging eher Richtung Bergsprint.
Das hatte an dem Tag äußere Gründe.
Aber ich mache das immer gern flott – bin eigentlich meist auf dem Rad unterwegs, seit vielen Jahren, auch schon mal bei Rennen, die Kondition stimmt also.
Du kennst den Berg?