Feb 14 2008
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auch ich habe einen faible für bilder, welche die umwelt in einer planen oberfläche – sei es nun eine pfütze, ein bach, ein fluß, see, teich oder das meer – gespiegelt wiedergeben. das hat immer was von verkehrter welt und übt mich darin, bisweilen einen ver-rückten blick-punkt einzunehmen.
bei deinen fotos 1 und 2 gefallen mir vor allem das metallische graublau der wasseroberfläche und wie auf ihr das geäst der kahlen bäume als graphische zeichnung erscheint, verunklärt noch durch das leichte kräuseln der wellen. schön auch bei nr. 2 die gespiegelte sonne, die wie ein leuchtendes auge inmitten des geästs den blick anzieht.
Was fasziniert eigentlich so am Spiegeln, am Anderssein oder Anderssein als Scheinen oder am Vexierspiel? – Die “normale” Welt ist uns doch nicht genug, langweilig? Wir sind froh, wenn da noch was anderes kommt?
Was ist normal? Ist es gut, normal zu sein, weil es eben normal ist? Und warum normal sein? – why be normal? – stand vor einigen Jahren mal auf diversen T-Shirts.
Was am Spiegeln fasziniert? Dass etwas anderes heraus schaut als das, was hinein schaut.
Nun, ist die Frage nach einer normalen Welt nicht eine ganz andre, als die nach dem Normalsein?!
Zudem hatte ich das normal ja bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Trotzdem gibt es m.E. so etwas wie die normale Weltwahrnehmung.
Dann scheint mir aber Deine Antwort sich mit dem, was ich vermutete, zu decken: Veränderung, Changieren, ein anderer Vorschlag?!
Beim ersten Bild ist der flirrende Weichzeichner schön, was ja zugleich immer etwas philosophisches hat: Alles könnte auch anders aussehen. Auch interessant, dass die Baumkrone so wie eine umgekehrte Koralle wirkt – dass also Lebensformen unter und über Wasser ähnliche Wege der, na sagen wir mal Darstellung gefunden haben. Haben solche in leichte Bewegung geratene Oberflächen nicht etwas an- und ein wenig auch hineinziehendes?