Mrz 07 2008

Das liebe Reisen

Published by at 7:35 pm under sur l'eau

Wer reiste nicht gern?!
Aber man kann sich einmal fragen was wir heute so darunter verstehen.
Diese Woche war im Radio ein Gespräch, bei dem jemand, der sich mit dem Thema beschäftigt, die Unterscheidung “Reisen” und “Transport” vorschlug. Heute würde fast nur noch transportiert. Wo der Zufall keine Rolle mehr spielen könnte, würde nicht gereist.

In der “Zeit” vom 21.02.2008, S. 59 schreibt Christoph Hennig unter dem Titel: “Kannst du abhaken. Neue Reiseführer versprechen das Beste der Welt. Wohin führt das?” zum Thema.

Dabei geht es um die Besprechung von Reiseführern nach dem Schema:
“1000 Places To See Before You Die”, “1000 Gründe, in Deutschland zu reisen”, “100x Deutschland. Die 100 wichtigsten Kulturdenkmäler”, “Die 100 schönsten Plätze der Welt” etc. etc.
Seine These ist, dass sich zur Zeit “ein radikal neues Verhältnis zum Reisen durchsetzt”.
Die neuen Reiseformen würden die sprunghaften Bewegungen des Zappens und Klickens nachempfinden. – Alles scheine zugänglich, alles verfügbar. Geflogen wird immer mehr, ein Blick an den Himmel macht es deutlich, Klima hin oder her. “Man folgt nicht einer Struktur, sondern blättert hierhin und dorthin”. Der bürgerliche Kulturkanon werde gesprengt, die Ausweitung des Sehenswerten sei ungeheuer – denn alles sei gleichen Ranges, ob Sixtinische Kappelle oder Szenelokal. “Jede Hierarchie ist aufgelöst, alles geht fröhlich durcheinander”. “Der Schwerpunkt des Reisens hat sich verändert, vom Bildungsprojekt ist es zunehmend zum Erlebnis- und Erregungsprojekt geworden.” Genuss sei wichtiger geworden als Bildung.
Wie verschieben sich Werte und Wahrnehmung?

13 responses so far

13 Responses to “Das liebe Reisen”

  1. wolf-dieter sagt:

    Ein gutes Thema und ein paar ungeordnete Gedanken dazu.

    Die Unterscheidung zwischen “Reisen” und “Transport” leuchtet ein, wenn man beim Transport die Zielorientierung als oberstes Kriterium setzt. Vor einiger Zeit hat mir jemand von einer Flugreise (wohl eher einem Flugtransport) erzählt. Beim Check-In eröffnete man ihm – und allen anderen – dann, dass er kein Gepäck auf seine zweiwöchige Urlaubsreise mitnehmen dürfe. Ihm erschien das wie ein zufälliger und schlechter Scherz, der Geschäftsführer der Fluggesellschaft berief sich auf die AGBs und das Gepäck sämtlicher Fluggäste wurde schließlich in Mülltüten verstaut.

    Alleine die bloße Zahl der Reiseführer, die die 1000 schönsten Plätze oder die geheimsten Urlaubsschätze verkünden, lassen Zweifel an diesen Versprechen aufkommen. Wenn massenhaft für diese Orte geworben wird und entsprechend viele Besucher dorthin eilen, wird der Charme der Orte kaum von Dauer sein.

    Reisen und Zappen und Klicken. Das beginnt zuweilen schon bei der Urlaubsplanung am PC. Die Flugreise von dieser Seite, das Hotel von jener und mit Google Earth sieht man, wie es vor Ort ausschaut. Es gibt bereits Hotels, die den virtuellen Blick aus dem gebuchten Hotelzimmer anbieten.

    Sixtinische Kapelle oder Szenelokal. (Natürlich kann man die Kapelle auch im Netz besichtigen.)
    Viele Sehenswürdigkeiten von Rang sind nicht nur im Sommer hoffnungslos überlaufen, in manchen italienischen Städten gibt es dann Einbahnstraßen für Fußgänger. Erschließt sich in einem solchen Umfeld etwas von dem, was die Kapelle zur Sehenswürdigkeit macht? Im Szenelokal herrscht vielleicht auch Gedränge, aber da geht mancher gerade wegen des Andrangs hin.

    Was mich stört, ist weniger die vagabundierende Aufmerksamkeit, die mal der Kapelle, mal dem Lokal gilt. Manchmal tritt eine Anspruchshaltung dabei hervor, die buchstäblich alles und möglichst sofort zur persönlichen Verfügung haben möchte. Heute hier, morgen dort, der Flieger machts möglich, aber auch vor Ort springt man von einem zum anderen. Erfahrung schrumpft auf das Sammeln von Erlebnissen und Erregungen zusammen. Dass Erfahrung auf diese Zustände reduziert wird, scheint mir problematisch zu sein, nicht dass man diese Dinge auch sucht.

  2. wolf-dieter sagt:

    Den Artikel kannst du abhaken. Neue Reiseführer versprechen das Beste der Welt. Wohin führt das? Kann man auch online bei der Zeit lesen.

    Christoph Hennig schreibt dort:

    Zappen, Klicken, Herumhüpfen – das Fliegen entwickelt diese Bewegungsformen physisch, das Internet mental.

    Das mag richtig sein. Aber wie bereits der alte I. Kant wusste, wird die Einheit der Erfahrung nicht durch die Gegenstände, sondern durchs Denken hergestellt. Und das fällt beim Herumhüpfen nicht zwangsläufig aus. Ob es durch Hüpfen befördert wird, ist eine andere Frage.

  3. Helmut sagt:

    Danke für den Tip (heute ja Tipp), dass der Text im Netz verfügbar ist! –
    Einbahnstraßen für Fußgänger? – Höre ich, ehrlich gesagt, zum ersten Mal! – Klingt ja nach Alptraum. So stelle ich mir Urlaub nicht vor.
    Kein Gepäck im Flugzeug?? – Gepäck in Mülltüten? – Und dann? – Ist es tats�chlich weggeworfen worden? – Dann wird die Fluggesellschaft wohl auch wenns eine Billiglinie ist, nicht mehr lange wirtschaften. –
    Richtig ist auch, freilich nicht neu, das Dilemma, das Du ansprichst: Der Tourismus zerstört das, was er sucht.
    Eine fatale Gleichung.
    Wie könnte man das umgehen oder vermeiden?
    Im eigenen Land Urlaub machen, weniger fliegen, weniger CO2 …? –
    Oder rein ins Gewühl und die Fußgängereinbahnstraßen?
    Was mit dem Ins-Spiel-Bringen der Transport-Kategorie gemeint war, ist wohl weniger die Zielorientierung als eben der Erfahrungsausfall. So zumindest habe ich es verstanden. Wie Du richtig schreibst, und das hatte Benjamin ja schon in den 20ern und 30ern beschrieben, befindet sich die Erfahrung zugunsten des Erlebnisses auf dem Rückzug. Und Erregung finde ich im Grunde ein noch besseres Wort! Erfahrung – im eigentlichen, pathetischen Sinn – fällt aus. Der Zufall, das Unvorhergesehene fallen aus. Alles ist ge- bzw. verplant, im Grunde braucht man gar nicht mehr ins Flugzeug – eben: Man kann die Sixtina auch bequem am Rechner betrachten. – Auch eine Alternative?
    Ich könnte mir vorstellen, dass der immense Erfolg von Kerkelings Jakobsweg-Buch damit zu tun hat. – Die Leute suchen wieder so etwas wie Erfahrung – auch wenn sie mit Blasen an den Füßen etc. erkauft sein muss. Aber was, wenn jetzt die Horden den Jakobsweg runterrennen?
    Man stößt in allen möglichen Belangen wieder darauf: Die große Zahl ist ein Problem. Zu viele Menschen. Keine schöne Feststellung, aber vielleicht eine unumgängliche, nötige.
    Wird das Denken durchs Hüpfen befördert? – Darf man füglich bezweifeln, oder?! Aber bevor man bewertet, kann man ja erstmal bemüht sein, festzustellen was ist. Und der Ausfall von Hierarchie und die Veränderung in Wahrnehmung und Reise sind ja ein Versuch, das zu fassen.

  4. Helmut sagt:

    Eins noch, und vielleicht nicht zum ersten Mal:
    Alles sofort zur persönlichen Verfügung… – woran erinnert das? Richtig, an Säuglinge und Kleinkinder. – Die wollen das so, sie haben noch nicht gelernt, dass die Welt so nicht ist. -
    Oder?
    Ist sie für einen Teil (!) der modernen Gesellschaften doch so?!
    Für die, die es sich leisten können.
    Und hat das mit der Infantilisierung unserer Gesellschaften zu tun?!
    Erinnert manchmal an Morlocks und Eloys.
    Gestern die Dokumentation über Monsanto gesehen?

  5. wolf-dieter sagt:

    Die Einbahnstraßen gibt/gab es z.B. in Neapel und – natürlich – in Venedig beim Karneval.
    Das Gepäck durfte dann in den Müllsäcken transportiert werden, trotzdem hielt sich die Freude der Reisenden darüber in engen Grenzen. Ob es zum Nachdenken anregt? Eher zum Wechsel der Fluggesellschaft, als dass man ganz aufs Fliegen verzichten will.
    Der Erfolg von Kerkelings Jakobsweg-Buch könnte mit der Suche nach leibhaftiger Erfahrung zu tun haben. Blasen an den Füßen spürt man unmittelbar – der erfahrene Wanderer wird darauf achten, das ihm das gerade nicht passiert – nur für den Unerfahrenen sind sie eine Form der Selbstvergewisserung, fast schon eine herzeigbare Trophäe aus dem siegreichen Kampf mit sich selbst.

    Kampf als Selbsterfahrung – auch darüber könnte man schreiben.

    Vielleicht liegt die Attraktion auch darin, weil dieser Weg nach innen fährt. Die Welt draußen, wo immer man hinkommt, es war schon einer da oder es drängeln sich andere am selben Ort.

    Alles sofort zur persönlichen Verfügung? Da treffen zwei Mentalitäten zusammen. Für Teile unserer Gesellschaft ist die Welt so und manch Einer sucht genau das, eben weil es nicht seiner Alltagserfahrung entspricht. Dann sollen zumindest in der besten Zeit des Jahres Wünsche in Erfüllung gehen. Einerseits ist es Ausdruck von Infantilisierung, gleichzeitig wird darin aber auch etwas Gesellschaftliches aktualisiert – man möchte sich nicht auf eine ungewisse Zukunft (oder ein fernes Paradies) vertrösten lassen, wenn das Urlaubsparadies so nahe ist.

    Die Sendung über Monsanto habe ich gesehen – Horror in seiner reinsten Form.
    Infos und Hintergründe zum Film gibt es bei Arte und wer ihn (erneut) sehen will, kann ihn bis zum 18.März bei Arte im Netz gucken. (Ausgewählte Sendungen von Arte kann man bis zu 7 Tage nach Ausstrahlung im Netz angucken: Arte+7.

  6. Helmut sagt:

    Venedig! – Darauf hätte man kommen können! – Aber auch in Neapel?
    Welche Fluggesellschaft wars denn?
    Was Du zu Kerkeling schreibst sehe ich genau so. – Wenn man allerdings das Bedürfnis der Leute ernstnimmt, dann fehlt ihnen was – wie man es auch nennen will: Authentizität, Echtheit, Körpererfahrung… Sie spüren das mehr oder minder bewusst und suchen den Mangel zu kompensieren.
    Kampf als Selbsterfahrung, darüber wurde schon geschrieben, etwa von Ernst Jünger.
    Interessant scheint mir die Idee, dass es die Attraktion des Weges sein könnte, dass er nach innen fährt. – By the way: Tut er das? Oder wie sicher? Oder könnte es gerade die Mischung von beidem sein?
    Monsanto wäre ein eigenes Thema wert. – Und im Grunde verlangt so etwas nach Aktion, oder.
    Interessant ist auch: Infantilisierung als Ergebnis des Ausfalls der religiösen Perspektive? Dann wäre eins so schlecht wies andere.

  7. Helmut sagt:

    Zum allgegenwärtigen Problem der (Zu)Vielen:
    Jean-Christophe Rufin hat in seinem aktuellen Roman “Hundert Stunden” das Thema aufgenommen.
    Darin wollen sich die Reichen der lästigen Armen entledigen und sorgen mittels des Cholera-Erregers, die Cholera gilt als Armen-Seuche, für Abhilfe. Eine schwarze Utopie – aber wie man sieht kann man auf solche Ideen kommen, nicht von ungefähr.
    Sollte das fiktive Projekt klappen, stellt sich allerdings die Frage, wie die Welt der Reichen ohne die Armen aussähe – wer finanziert sie dann, und wo kommt die neue Hierarchie her etc.?

  8. wolf-dieter sagt:

    Die Fluggesellschaft fliegt häufiger von einem kleinen Städtchen in der Nähe von Frankfurt aus – ein Teilnehmer der Internet-Kurse hat diese Geschichte erzählt.
    Ich halte das Bedürfnis nach Körpererfahrung auch für ‘authentisch’. Ich kam auf die alte Idee vom Kampf als Körpererfahrung über die Selbstbeschreibung mancher Wandersleute. Da ist gelegentlich die Rede vom “inneren Schweinehund”, der “besiegt” werden will u.ä. Da rückt die Naturerfahrung zuweilen in den Hintergrund und die Kompensation oder das Bedürfnis, die Arbeitskraft wiederherzustellen, werden zum bestimmenden Faktoren.
    Ich denke auch, dass die Attraktion des Wanderns mit den inneren und äußeren Wegen zu tun hat. Vielleicht ist es auch das Wandern selbst, der Rhythmus der Schritte, das Auf und Ab des Körpers beim Atmen und Erklimmen der Hindernisse, die frische (?) Luft, die einem um die Nase weht und nicht zuletzt die Gemeinschaft in der Gruppe, die die Sache so interessant machen.
    Monsanto wäre ein eigenes Thema wert und vielleicht hat die Infantilisierung auch damit zu tun, dass Unternehmen wie Monsanto die Welt im unmittelbaren Wortsinn nach ihren Vorstellungen modellieren. So schwindet nicht nur die Aussicht auf ein religiöses Paradies, auch im Hier und Jetzt wird es zunehmend ungemütlicher.
    Die schwarze Utopie ist eine ziemlich finstere Vorstellung, spontan musste ich an Uwes Geschichte vom Spielplatz denken. Da ging es zwar nicht um die physische Vernichtung, aber immerhin um die ‘leibhaftige’ Ausgrenzung der unerwünschten Kinder.

  9. Helmut sagt:

    Es wird ungemütlicher, ja.
    Kürzlich las ich in der NZZ die Überschrift (aus dem Kopf zitiert): “Die Zukunft wird düster”.
    Den Eindruck hat man.
    Utopie also tatsächlich nur im Vergangenen?!
    Es ist ungeheuerlich, was Monsanto macht. – Warum läßt man sie? Einfach, weil sie eine Milliarde pro Jahr einnehmen und lügen und sich die teuersten Anwälte leisten können?
    Die Körpererfahrung beim Wandern (z.B.) spielt sicher eine große Rolle. W.H. Hudson (siehe Eckfenster) hat dazu Interessantes geschrieben und Gedanken dazu gemacht. Die Körpererfahrung verankert das sinnlich Wahrgenommene auf ganz andere, viel tiefere Weise im Gedächtnis.
    Es geht also um Ryan Air?

  10. Helmut sagt:

    Ein Nachtrag zum Wandern und zu Kerkelings Buch, weil ich das gerade in einer Sendung zur Leipziger Buchmesse hörte: Sein Buch hat sich sage und schreibe 2,9 Mio mal verkauft. – Ein hübscher Nebenverdienst für Herrn Kerkeling auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber auch Zeichen eines Interesses und Bedürfnisses, das nicht nur Einzelne betrifft.
    Ob es gleich innere Schweinehunde sind, die da dressiert werden müssen…? Bei diesem blöden Spruch, den ich auch nicht mag (klingt, als käme er aus der Nazi-Ecke, zumindest aus den Vierzigern?? – gucke nacher vielleicht mal, ob ich dazu was finde), scheint mir doch, dass er den Leuten oft unterläuft, dass sie sich gar nicht wirklich klar darüber sind, was sie da sagen. (Was es nicht besser macht, vielleicht sogar im Gegenteil) Aber vielleicht delektieren sie sich auch ein wenig an seiner Martialität – und die reicht dann schon wieder – und man muss sich nicht mehr bewegen? – Zumindest nicht so sehr…?

  11. wolf-dieter sagt:

    Ja, um die geht es.

    Das Ungeheuerliche ist, dass man Firmen wie Monsanto nicht nur lässt, es wird auch noch gefördert. Zudem hat der Film auch sehr schön gezeigt, wie aus Mitarbeitern der Firma u.a. Regierungsangestellte und Richter (wenn ich mich richtig erinnere, wurde das so gesagt) werden und umgekehrt.

    Den ‘Hudson‘ kann man hier lesen.
    Henning hat in seinem Beitrag geschrieben: “Zappen, Klicken, Herumhüpfen das Fliegen entwickelt diese Bewegungsformen physisch, das Internet mental.” Das wäre dann zu einfach geschlossen. Wenn die Körpererfahrung beim Wandern das sinnlich Wahrgenommene verankert, wie wirkt sich dann die Köpererfahrung beim Zappen und Klicken auf das über den Bildschirm Aufgenommene aus?

  12. wolf-dieter sagt:

    Es gibt einen Wikipedia-Artikel zu “Innerer Schweinehund“.

    Vielleicht geht es beim Wandern auch um Einfachheit und Überschaubarkeit. Es gibt einen oder mehrere Wege, ein Ziel und zuweilen wird auch der Weg zum Ziel erklärt. Es gibt Karten, die Orientierungshilfe geben und die Technik-Freunde haben die GPS-Geräte im Gepäck. Zudem besteht die Aussicht auf mehr oder weniger unverstellte Naturerfahrungen.

    Nimmt man das zusammen, was wir bisher übers Wandern geschrieben haben, dann sind das sog. weiche Themen, man versucht Abstand zu sich zu bekommen oder man will eben zu sich finden. In diesem Zusammenhang dann vom Schweinehund zu reden, lässt die Sache schon wieder kippen, ganz so, als könne man ein zuviel an Nachsicht mit sich nicht ertragen.

    Interessant ist, dass nicht nur Wanderer, die wie Soldaten gerüstet auf Tour gehen, dies Wort im Mund führen. Ich kenne auch einige Frauen, die beim Wandern oder beim Sport so reden.

  13. Helmut sagt:

    Zu Monsanto:
    Ich hatte den Film nicht ganz gesehen und diese Förderung nicht mitbekommen.
    Aber das bestätigt wohl nur einmal mehr die Skrupellosigkeit des Vorgehens und die Macht der Ökonomie, die längst und deutlich derjenigen der Politik den Rang abgelaufen hat. Diese Diktatur der Effizienz und des Profits scheint eine DER Geißeln der modernen Menschheit zu sein. – Was soll man erwarten, wenn Gesetz und Geschäftsinteresse keine getrennten Entitäten mehr darstellen?!!

    Welche Körpererfahrung hat man beim Zappen und Klicken?? – Kennzeichnet diesen Zustand nicht eher die Abwesenheit von Körpererfahrung?!

    Habe gelesen, dass sogar zwei Drittel der Studenten sagen, dass sie gerne wandern. – Feiert der Wandervogel fröhliche Urständ?

    Der Artikel zum “Schweinehund” ist interessant – da fiel mir auch der antike Begriff der Acedia ein, der u.a. durch den Hund symbolisiert wird – wie evtl. bei Dürers Kupferstich “Melencolia I”.
    Aber der Schweinehund musste ja erstmal zu inneren werden – darauf ist nicht trennscharf eingegangen, oder?

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