Mrz 13 2008
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Ein super Foto – die Farben, das Licht, die Bildaufteilung. Wie eine Flamme schießt der Dampf auf und darin leuchtet die Sonne. Auch als Hintergrundbild für den Desktop ist es klasse.
Mich interessiert immer auch wo es ist – nach HH sieht es nicht aus?
Erinnert von Ferne ein wenig an die Bilder von Turner.
Gleichzeitig denkt sich im Jahr 2008 aber auch das CO2 mit: Abgase im Gegenlicht.
War die Sonne in der Rauchsäule gesucht oder zufällig da?
Jedenfalls ein hübsches Bild.
ein spaziergang im vorweihnachtlichen weserbergland. gesucht habe ich den gang nach draußen, wegen des lichtes, und dann habe ich gewartet, bis der sonnenball hinter der rauchsäule durchschien, den besten standpunkt gewählt und abgedrückt. es sind mehrere aufnahmen entstanden, die übringens auf den originalfotos schärfer sind, besonders der vordergrund, der hier im netz sehr verschwommen erscheint, was auch seine reize hat. der rauch stammt aus dem schlot einer fabrik, in der spanplatten hergestellt werden. es soll wasserdampf sein.
ich mag gegenlichtaufnahmen, weil die dinge dabei ihre schärfe verlieren. konturen verschwimmen, eine kalkulierte und doch unkontrollierbare unschärfe entsteht, die dem motiv stimmung und mitunter auch bedeutung vermittelt, denn: wer denkt bei diesem rauch nicht an böse, gefährliche abgase oder gar an etwas atompilzähnliches und doch ist die stimmung der landschaft eher als friedlich zu bezeichnen. ein reizvoller kontrast, wie ich fand.
Etwas verspätet, die Antwort – bin unterwegs:
Danke für die Informationen.
Wasserdampf, nun ja, kann sein, nehmen wirs mal an.
Was mich an dem Bild ein wenig starte war, DASS der Sonnenball gerade im Rauchbereich war. –
Gegenlicht kann gut sein, aber es kann die Konturen gerade hervorheben, weil es die Farben wegnimmt und die Sichtbarkeit von Vorder- und Hintergrund auf den Scherenschnitt reduziert.
es gibt insgesamt vier aufnahmen von diesem augenblick. hintereinander geschaltet, ergäbe es einen kleinen bewegungsfilm, bei dem die sonne immer mehr sich der rauchsäule nähert und dabei den stimmungsgehalt der landschaft verändert. ich habe bewußt den fürs netz ausgewählt, bei dem der sonnenball hinter dem aufsteigenden wasserdampf erscheint, da das foto dadurch – für mich und auch objektiv – mehr atmosphäre bekommt.
richtig ist, daß bestimmte gegenlichtaufnahmen die konturen der dinge auch schärfen können, bilder von wolken etwa, an deren ränder sich ein lichtfilm bildet, weil die dahinterliegende sonne sie bescheint. in solchen augenblicken wird die farbe heraus- und die formale gestalt hervorgehoben. das war jedoch bei meinem foto der weserberglandschaft mit der merk-würdigen rauchsäule nicht das thema.
Mir gefallen die still-gestellte Dynamik im Bild und das Licht, so wie es leuchtet.
stichwort “stillgestellte dynamik”: darüber ließe sich trefflich spekulieren. was genau macht das foto mit seinem gegenstand, motiv? was gewinnt man mit ihm, was geht verloren? nicht umsonst heißt es ja: ein foto schießen!
Für mich passieren dabei zwei Dinge. Manchmal finde ich ein Bild, es ist alles da, und die Kamera hält den Augenblick fest oder besser sie erzählt von ihm. Bei den anderen Bildern ist es der Gegenstand, das Motiv, was mich reizt. Dann geht es darum, einen neuen Zusammenhang zu schaffen, der so nicht vorhanden war. (Die eine Methode ist natürlich nicht das Gegenteil der anderen, sondern ohne Anleihen bei der jeweils anderen Seite entsteht kein Bild.)
Ein Foto schießen – Das Erleben der Situation kann eine andere Richtung nehmen, wenn Augenblicke im Bild festgehalten werden. Zuweilen verführt es dazu, genauer zu gucken. Es kann aber auch aus der Situation wegleiten, hin zu Assoziationen und Gedanken, die ursprünglich nicht da waren. Schön, wenn die Dinge dann in den Fluss kommen.
ja, dem kann ich nur zustimmen. wenn wir fotos machen, halten wir gewissermaßen den zeitlauf an, stellen den fluß der augenblicke still. dabei können bilder, die wir in uns tragen, ihre entsprechung in den gegenständen der außenwelt finden oder diese können sich aufgrund unserer ästhetischen entscheidungen zu einem bild fügen, zu einem bild von etwas anderem oder von etwas, was in eine geschichte, eine erzählung mündet. unser blick wählt aus, nicht immer bewußt, oft auch in einem zustand des zufälligen und zerstreuten schweifens – die technik der kamera stellt dann das gesehene still, hält fest, läßt es erstarren, friert die gegenwart ein, hebt ein jetzt heraus aus dem fluß der vorüberziehenden momente. das still-stellen ist also eine notwendige bedingung dafür, daß wir uns ein bild machen können. ein gutes bild ist dann für mich eines, das sein motiv nicht erstarren, sondern in fluß geraten läßt – da könnten wir uns wieder begegnen in unseren vorlieben, oder?
ja, was nun: erstarren oder in fluß geraten lassen? da ist mir eine mißverständliche formulierung unterlaufen. gemeint war, daß das foto dem abgelichteten etwas zukommen läßt, ein surplus, etwas, das unsere assoziationen, unsere bilderlust, unsere gedanken und ideen in bewegung versetzt. so wollte ich es verstanden wissen. nichts für ungut.
Ich habe es gut verstanden, morgen komme ich wieder zum Schreiben. Kathrin hat einen neuen PC bekommen, erst waren wir auf der Suche, jetzt sind wir beim Einrichten.
Bei besonders gelungenen Bildern springt das Still-Stellen und In-Fluß-Geraten-Lassen hin und her. Wie bei deinem Bild: Die Sonne wandert, der Dampf steigt auf, du hältst den Augenblick fest, aber wenn man das Bild länger betrachtet, kommen die Dinge wieder in Bewegung.