Apr 12 2008
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nur noch kurz zu deiner letzten frage, ob denn alles zur kunst werden kann? prinzipiell schon, doch:
rahmung bedeutet ausgrenzen und damit auswählen und erst der akt der wahl läßt den betrachter eine intention vermuten, die er im wechselspiel von schauen und denken zu ergründen versuchen kann. prinzipiell also kann man z.b. um jeden noch so beliebigen lanschaftsausschnitt einen rahmen legen und ihn damit zum bild erheben, doch nicht jeder gibt interessantes oder sinnvolles zu denken auf. vieles wird banal und nichtssagend bleiben, auch mit rahmen. jedoch gilt meiner einschätzung nach:
der rahmen stiftet per se eine ästhetische perspektive und damit eine, die nicht vordergründig zweckorientiert ist oder sein muß – und schon kann das freie spiel der einbildungskraft beginnen.
Ich stimme dir zu, allerdings wenn der Inhalt keine eigene Qualität besitzt, hebt die Rahmung diesen Umstand noch hervor.
das stimmt: gib der banalität einen rahmen und sie wird dadurch erst wirklich sicht- oder fühlbar. das kann dann wieder absicht, womöglich künstlerische absicht sein, siehe die pop-art-künstler wie warhol und konsorten. entscheidend ist, wie durch den rahmen das bewußtsein dafür geschärft wird, dass unsere bilder von der welt konstruktionen sind.
interessant an solchen fenster-bildern ist für mich, wie die durchsichtige scheibe zur erscheinungsfläche von etwas anderem wird. man schaut nicht mehr durch sie hindurch auf ein teilstück der welt, sondern auf ihr erscheint ein solches, noch dazu etwas verfremdet, verzerrt, verunklärt, und darin liegt für mich – neben dem phänomen der spiegelung – der ästhetische mehrwert: dem gewöhnlichen oder trist realen wird ein bild zur seite gestellt, das zum anlass einer optischen oder gedanklich-assoziativen reflexion werden kann.
Das ist dir auch schön gelungen, das durchsichtige Fenster als Projektionsfläche – der eigenen Gedanken wie auch der Landschaft, die sich darin spiegelt.