Apr 18 2008
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Sieht aus, wie der abgeschlagene Kopf eines Rauchers mit der letzten Zigarette im Mund…
Ja, durchaus, jetzt mit Wolf-Dieters Lesart im Asso-Gepäck, will es mir auch wie eine Trophäe erscheinen: Seht, was von uns bleibt – ein Sack voller Müll. Zunächst kamen mir Gedanken wie: Nichts ist so unverwüstlich wie Müll oder Der Mensch, das Müll produzierende und hinterlassende Wesen.
Es gibt einen schönen Roman von Ivan Klima aus den 80er Jahren, “Liebe und Müll” ist der sprechende Titel, und dort wird der Beruf des Straßenkehrers und Müllmanns entgegen der sonst üblichen sozialen Mißachtung rehabilitiert: Ohne ihn würden wir unter dem Unrat, den wir selbst herstellen, begraben. Denn nicht der Unrat vergeht, sondern der Mensch.
Schön auch, wie die Neonröhre die Sackwand aggressiv durchstößt und die Bewegungsrichtung der den Müllsack haltenden oder besser: präsentierenden Hand aufnimmt. Es ist, als ob da jemand auf irgend etwas hinweisen wollte: etwas wird uns vorgehalten, ins Licht gehalten und fotografisch festgehalten – eine apellative Geste. Mit welchem Hintersinn? Oder war es womöglich nur der optische Witz, der gefiel: die Röhre, die aus dem Sack stößt?
Könnte man sehen – meine erste Assoziation ging in die Richtung, dass man das Bild “Ein Schelm, wer Böses dabei denkt”, sagen könnte.
Als ich meinen Kommentar geschrieben habe, war Uwes noch nicht zu lesen.
Ich dachte nicht an den unverwüstlichen Müll, es war die Form, die mich veranlasste das Bild zu machen. Ich hielt das Ding hin und machte mit der anderen Hand das Bild, ganz spontan. Ich holte den Sack auch so aus dem Mülleimer, es ist nicht extra so gemacht.
Mir sahs mehr aus wie ein Müll- (Maden-)Sack mit Neonröhrengenital – und da lag dann die Assoziation Müll – Mensch auf der Hand und so wars ein ganz ulkiger Körper. Der sich selbst fortzeugende Müll. Das zu füllende Negativ des Sackes wird zum positiv ausgeformten, quasi selbttätigen symbolischen Körper.