Jun 17 2008

Klick 1: Schnelle Bewegung

Published by at 9:01 am under sur l'eau

Unter diesem Titel werden Bilder veröffentlicht, die mit der Handykamera gemacht wurden. Ohne langes Suchen nach der richtigen Einstellung oder Belichtung sind es Momentaufnahmen von Alltagsszenen.

Schnelle Bewegung

Schnelle Bewegung

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8 Responses to “Klick 1: Schnelle Bewegung”

  1. Helmut sagt:

    Ein sehr leerer Raum, ein Fenster, eckig, kühl, überhaupt bewohnt?, ein Blick nach draußen, nebenbei und eine verschwommene Person ohne Gesicht, von der man nichts erfährt, nur, dass sie in einem Sekundenbruchteil da war, ein Schemen im Vorbeigehn. Gleichgültig? Alles zusammen ein wenig melancholisch. Ein Moment, einer von vielen, viele zusammen ergeben ein Leben – schwingt das auch so unscharf vorbei, so unerkennbar, als wäre es kaum gewesen? Klein und groß, drinnen und draußen – was hat Bedeutung, was keine. Drinnen die Funzel an der Decke, draußen die überbelichtete Wirklichkeit, privat, öffentlich – man huscht vorbei.

  2. Lea sagt:

    Die Leute, die man auf der Straße trifft kennt man ja auch nicht mehr, als diesen Schemen…

  3. Helmut sagt:

    Kannst Du das ein bißchen erklären – mir ist nicht ganz klar was Du meinst?

  4. wolf-dieter sagt:

    @ Helmut: Sehr schöne Beschreibung, der man nicht hinzufügen muss.

  5. Lu sagt:

    also ich meine, dass man ja von anderen leuten meist auch nicht mehr weiß und höchstwarscheinlich auch nicht mehr erfahren wird, wenn sie z.b. auf der straße an einem vorbeigehen, als das, was man von der person auf dem bild weiß. es ist, wie du geschrieben hast: “man huscht vorbei”

  6. Helmut sagt:

    Zu Lu (Zulu?):
    Ja, das stimmt. Aber die Leute auf der Straße sieht man ja deutlich – wenn man hinsieht. Man KANN sie also sehen. Hier bei dem Foto nicht, auch wenn man sich Mühe gibt.
    Und es ist ja etwas anderes, ob man – mit einem Bild – etwas hervorhebt (isoliert) – oder ob man beiläufig, ohne Zeit, auf der Straße viele Leute sieht.
    Vermutlich sieht man ein Bild konzentrierter an als die Leute auf der Straße. Meist macht man in der Stadt ja auch was. Beim Betrachten eines Bildes in der Regel sonst nichts.

  7. Lu sagt:

    Ja, das stimmt…

  8. uwe sagt:

    Das Spannende an unscharfen Fotos ist (für mich), dass sie unsere Sinne und Phantasie anregen, ohne dass diese Bewegung hin zu einer möglichen Deutung des Abgebildeten zu einem befriedigenden Ende kommt. Das Unscharfe reizt unsere Verstehensbemühungen und belässt sie zugleich im Ungewissen. Unscharfe Fotos, wenn sie zwar etwas, aber nie genug zum identifizieren anbieten, muten uns zu, die endgültige Justierung, Fest- oder Einstellung nicht vornehmen zu können. Sie provozieren und entlasten zugleich unseren Deutungswillen. Sie geben gleichermaßen dem zerstreuten wie auch dem konzentrierten Blick Nahrung. Entsteht die Unschärfe zudem durch einen Snapshot, in dem eine Bewegung (halb-)sichtbar gemacht wird, kommt dann noch das Zeitempfinden des Betrachters hinzu. Dieser wird aufgefordert, das Davor und Danach der abgelichteten Bewegung mitzudenken, das Woher und Wohin, und in unserem Falle auch das Drinnen und Draußen. Insofern sind unscharfe Momentaufnahmen auch ein Hinweis darauf, dass wir nicht zweimal in den gleichen Bilderfluss eintreten, eingreifen können, der uns umgibt und aus dem wir unsere Aufnahmen auswählen. Immer schon hat sich was verändert.

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